Einbrecher Titelbild
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Eine Produktion von artdeshauses. Copyright 2008.
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Einbrecher

Eine Realitätsflucht mit Musik von Friedrich Hollaender
Musikalisches Puppen-Schauspiel

Nach dem Erfolg ihrer Inszenierung von Friedrich Hollaenders Revuette "Höchste Eisenbahn" nehmen sich die Regisseurinnen Ariane Wendland und Maike Schaafberg erneut ein Bühnenstück mit der Musik des unvergleichlichen Chansontexters und Komponisten vor.

"Einbrecher“ wurde 1930 von der Ufa mit den Stars des jungen deutschen Tonfilms Lilian Harvey, Willy Fritsch und Heinz Rühmann verfilmt. Die "musikalische Ehe-Komödie“ um den Puppenfabrikanten Dumontier und seine leichtlebige Frau Renée, den charmanten Einbrecher Jacques und die doppelbödige Hausdame Hortense erzählt auf fulminant-haarsträubende Weise von der Realitätsflucht der Protagonisten in Wunschträume und Phantasiewelten. Eingebettet in die Handlung sind bis heute begeisternde Hollaender-Schlager, wie "Lass mich einmal deine Carmen sein“, "Kind, dein Mund ist Musik“ oder "Ich lass mir meinen Körper schwarz bepinseln“.

artdeshauses zeigt diese Geschichte als temporeiches Puppenspiel und zieht zugleich Parallelen zur heutigen Gesellschaft. Vier Puppenspieler und ein Pianist proben das Stück „Einbrecher“. In den Probenpausen zeigt sich, dass die Verständigung zwischen den Spielern im realen Leben nicht funktioniert. Jeder einzelne flüchtet sich in seine persönliche Wunschrealität: Das stille Glück im „Second Life“, die Fernreise ins exotische Brasilien, die Selbstverwirklichung auf der Theaterbühne. Aber wie stabil oder brüchig ist das Konstrukt? Wenn Wunschbilder zusammenbrechen, steht ein unvollkommener Mensch dem anderen gegenüber. Wie viel Ehrlichkeit können wir zulassen und ertragen?
Während die Märchenwelt im Puppenspiel nie ernsthaft ins Wanken gerät, eskalieren die Konflikte zwischen den vier Puppenspielern – die Inszenierung droht zu scheitern. Als letzten Ausweg wählen sie die Flucht in ihr Stück. In einer rasanten Filmeinspielung erscheinen die Spieler in den Rollen ihrer Puppen und spielen die Geschichte auf der Leinwand zuende.

Ariane Wendland und Maike Schaafberg haben bereits 2002 Hollaenders Kabarettrevue „Höchste Eisenbahn“ (1932) aus einem lange verschollen geglaubten Textbuch und Notenskizzen rekonstruiert und siebzig Jahre nach der Uraufführung erstmals wieder auf die Bühne gebracht. Mit ihrer neuen Produktion „Einbrecher“ knüpfen sie an die Auseinandersetzung mit den Texten und der Musik von Friedrich Hollaender an, gehen aber über die Rekonstruktion von Flair und Esprit des Kabaretts der Weimarer Republik hinaus. Vielmehr schlagen sie eine Brücke zur Gegenwart und zu den eskapistischen Tendenzen im mittlerweile multimedial vernetzten Zeitalter.

 

Dekobild
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